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Nein zum Teilverkauf der Energie Thun AG
Seit
Bekanntgabe der Verkaufsabsichten des Gemeinderats kämpft Pädu
vehement gegen den Verkauf von 49% der Energie Thun AG.
Das Energieunternehmen, das die Thunerinnen und Thuner auch
mit Wasser versorgt, gehört nicht nur dem Gemeinderat,
sondern der ganzen Bevölkerung. Zudem ist die
Informationspolitik des Gemeinderats äusserst mangelhaft
und die Führung dieses Geschäfts dilettantisch.
75
Millionen tönt nach viel Geld. Jedoch lohnt sich ein
Verkauf nicht, weil die Stadt einerseits so ihren
energiepolitischen Einfluss aufgibt. Andererseits macht der
Verkauf auf finanziell keinen Sinn. Hier der Protokollauszug
von Pädus Rede im Stadtrat (19.4.07):
"Patric
Bhend (SP) ist angesichts des Vertragstextes klar, dass der
Aktienanteil von 49 % zusammen mit den zusätzlichen Rechten
der BKW die Mehrheit darstellt. Das Postulat der SVP ist
wiederholt als Rechtfertigung des Gemeinderates zitiert
worden für die Vorbereitung des Aktienverkaufs. Herr Bhend
hat dem Postulat damals auch zugestimmt. Im Protokoll ist
nachzulesen, dass er schon damals erwartete, dass zu Tage
geführt wird, dass sich ein Verkauf auch finanzpolitisch
nicht lohnt. Die Fakten liegen nun auf dem Tisch. Erwartet
werden 2,5 Mio. Franken an Zinseinsparungen jährlich bei
einem Zinssatz von 3,75 %. Gemäss den Ausführungen von
Stadtrat Reinhard reduziert sich dieser Betrag, wenn ein
tieferer, möglicherweise ebenfalls marktgerechter Zins
angenommen wird, um 0,5 Mio. Franken. Die Gratisleistungen
von 1,6 Mio. Franken sind nicht auf alle Ewigkeit
garantiert, d. h. es bleiben 0,4 Mio. Franken. Die Thuner
Bevölkerung zahlt vorsichtig geschätzt 3 - 5 Mio. Franken
weniger für Strom als BKW-Bezüger im Kanton. Saldiert mit
den 0,4 Mio. Franken ergibt sich ein Betrag von minus 2,6
Mio. Franken. Hinzu kommt, dass ein lokal verankertes
Unternehmen bei Aufträgen das lokale Gewerbe
berücksichtigt und damit die Wertschöpfung viel mehr in
der Region behält als bei Entscheiden aus Bern oder weiter
weg. Der Nutzen ist nicht bezifferbar, diese indirekte
Wertschöpfung, von welcher beispielsweise beim SEF jeweils
die Rede ist, kann hier auch herbei gezogen werden.
Mitarbeiter wohnen oft in der Region, wenn sie wegziehen,
weil ihr Arbeitsplatz aufgehoben oder verlegt wird, führt
das auch zu Steuerausfällen, immerhin ein paar Tausend
Franken. Vom Gewinn der kerngesunden Energie Thun AG werden
0,5 Mio. Franken an Dividenden ausgeschüttet, was gering
erscheinen mag, aber hier ist der erwirtschaftete Gewinn zu
betrachten. Oft ist es so, dass aufgrund der
Eigentümerstrategie nicht der gesamte Gewinn
ausgeschüttet, sondern in der Unternehmung belassen wird,
und damit die Aktien an so genannt Innerem Wert gewinnen,
weil der Gewinn in den Stillen Reserven steckt. Diese
Vorlage ist ein Verlustgeschäft und entspricht dem, was der
Gemeinderat in letzter Zeit finanzpolitisch praktiziert. Er
verkauft, was nicht niet- und nagelfest ist, um den Konsum
zu finanzieren. Das war zu sehen an den zahlreichen
Verkäufen von Liegenschaften und Land. Dabei hilft die SP
nicht mit, Herr Bhend wiederholt den Ordnungsantrag. Das
Geschäft soll heute entschieden und weder zurückgezogen
noch zurückgewiesen werden. Eine Rückweisung ist nicht
sinnvoll, weil die Prämissen, die Federführung des
Gemeinderates, der Vertragspartner BKW, der Anteil von 49 %
und die Zusammenarbeit mit der Beraterfirma TCFG in diesem
Geschäft nicht geändert werden können. Letztere kommt auf
einen Stundenlohn von 1500 Franken im Verkaufsfall. Über
die Marktüblichkeit dieses Honorars kann sich jeder selber
Gedanken machen. Herr Bhend ist enttäuscht vom
Rückweisungsantrag der GFL-Fraktion, diese scheint auf eine
bessere Vorlage zu hoffen und stellt sich nicht konsequent
gegen einen Verkauf wie die SP-Fraktion. Das Geschäft ist
vom Tisch zu wischen. Erst nachher kann objektiv die
Energiestrate-gie der Energie Thun AG betrachtet werden,
welche der Gemeinderat bestellt hat. Er scheint aber den
Verkauf bereits vorher beschlossen zu haben, ohne die
Energiestrategie anzuschauen. Zuerst sollte man schauen, was
von der Firma kommt. Dies sollte das Vorgehen im Umgang
sein, wenn man in Treu und Glauben mit einem Partner
zusammen arbeitet."
Links
zu Medienartikel zu diesem Thema mit Pädu:
>>
SF Schweiz aktuell (18.4.07)
>> Thuner
Tagblatt 1
>> Thuner
Tagblatt 2